Antiziganismus begegnen

Kommende Veranstaltungen

Barcamp Rhein-Neckar vom 19.09. - 20.09.20

Das Barcamp RheinNeckar findet dieses Jahr am 19. und 20. September online statt.
Die Pädagogische Hochschule Heidelberg ist Mitveranstalter.
Auch die Arbeitsstellen Antiziganismusprävention wird an diesem Barcamp teilnehmen und einen Beitrag zum Thema Antiziganismus beisteuern.


 

Die Anmeldung für die Veranstaltung läuft über folgenden Link:
https://pretix.eu/bcrn/2020/

Weiterbildung
"Antiziganismus erkennen und begegnen"

Arbeitet Ihr als pädagogische Fachkräfte (z.B. als Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen etc.) oder als Akteur*innen der außerschulischen politischen Bildung und Antidiskriminierungsarbeit? Oder studiert Ihr ein Fach mit dieser Richtung?

Wir bieten Euch eine kostenlose, digitale Fortbildung an fünf Samstagen von Oktober 2020 bis Februar 2021 an. Während der Weiterbildung beschäftigen wir uns mit Rassismus und institutioneller Diskriminierung im Allgemeinen und Antiziganismus im Besonderen und setzen uns mit der eigenen Berufsrolle auseinander.
Die Fortbildung findet in einem Moodle-Kursraum inklusive des Videokonferenzsystems BigBlueButton statt.

Ziel ist es, im eigenen beruflichen und privaten Alltag Diskriminierungen von Sinti*ze und Rom*nja erkennen und ihnen kompetent und sicher begegnen zu können. Im Mittelpunkt steht zum einen die Vertiefung einer selbstreflexiven und diskriminierungssensiblen pädagogischen Haltung. Zum anderen könnt Ihr als Teilnehmende Ideen und Konzepte entwickeln, um Antiziganismusprävention in Eure eigene pädagogische Arbeit thematisch zu integrieren.
Hierfür wechseln sich digitale Präsenzphasen und Selbstlernphasen ab. Wir setzen voraus, dass Ihr an allen Seminaren und Workshops teilnehmt und auch eigenständig auf die Blockveranstaltungen vorbereitet. Nach der erfolgreichen Teilnahme erhaltet Ihr ein Zertifikat über die Fortbildung.

Anmeldung:
Wenn Ihr dabei sein sollt, schreibt einfach eine Mail an
Regina.Bossert@lpb.bwl.de
Es gibt keine Anmeldefrist, allerdings ist die Teilnehmendenzahl auf 20 Personen begrenzt.
Das komplette Programm mit allen Infos findet Ihr auch hier:

www.lpb-heidelberg.de/fileadmin/heidelberg/Programme_aktuell/524120_Weiterbildung_Antiziganismus_PH_HD_LpB.pdf 
Die Online-Weiterbildung findet in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg statt.

Save the Date -
Fachtagung Diskriminierungssensible Pädagogik 


Aktueller Hinweis: Die Tagung wurde Corona-bedingt auf November 2021 verschoben. Für Herbst 2020 plant das Tagungsteam nun Antidiskriminierungsgespräche als Podcast. Weitere Informationen findet ihr in dem unteren Dokument.

NEWS

Was gibt es neues auf unserer Website

"Jenseits eines Vorurteils" -

Ein Beitrag der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention

Der Beitrag versucht in die Dimensionen der Vorurteilsstruktur/ des Komplexes Antiziganismus einzuführen , um Denkanstöße ins Rollen zu bringen.
 

Schaut es euch an unter dem Transfer-Together-Blog

 

https://transfertogether.de/antiziganismus-jenseits-des-vorurteils/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Screenshot des Transfer-Together-Blogs mit dem Blogbeitrag "Jenseits eines Vorurteils" © Projekt TRANSFER TOGETHER

 

 

Screenshot des Blogbeitrages

Elternzeitvertretung von Nadine Küssner

Dinah Wiestler unterstützt ab 01.04.20 die Arbeitsstelle Antiziganismusprävention personell
und vertritt Nadine Küssner während der Elternzeit. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

Das Team der Arbeitstelle Antiziganismusprävention wünscht Nadine Küssner und ihrer Familie alles Gute.






                                 

 

 

 

 

 

 

 

Dinah Wiestler
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Elternzeitvertretung
Tel.:+49 6221 477-337
E-Mail: wiestler@ph-heidelberg.de

Internationaler Romaday!
Interwiew ist ab heute online zugänglich!

 

Am 08.04.20 ist internationaler Weltromatag oder Romaday. An diesem Tag soll an die Diskriminierung gegenüber der Minderheit der Sinti und Roma aber auch dem speziellen Rassismus Antiziganismus erinnert werden. Darüber hinaus macht dieser Tag auf die unermüdliche Bürgerrechtsarbeit der Minderheit aufmerksam.

Aus diesem Anlass möchten wir ein Interview mit Günther Weiss vorstellen.

Günther Weiss, der ehemalige Leiter der Kriminalpolizei in Lahr/Schwarzwald und Kehl/Rhein, ist der Sohn eines Überlebenden des Völkermords. Sein Vater erzählte ihm erst von den Grauen des Holocaust, als in der Schule das Thema Nationalsozialismus behandelt wurde. Dieses Schicksal beeinflusste Günther Weiss’ Sinn für Gerechtigkeit. In der Polizei ging er offen mit seiner Zugehörigkeit zur Minderheit um. Heute, als Rentner, geht er zahlreichen Ehrenämtern nach, u.a. hat er an Polizeihochschulen über die Geschichte der Sinti und Roma aufgeklärt.
Das Thema des Interviews ist ist die 300 Jahre alte polizeiliche Sondererfassung der Minderheit auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

Das Interview wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg veröffentlicht.

Im folgenden ein Ausschnitt aus dem Interview:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das gesamte Interview ist ab sofort auf unserem Digitalen Stadtrundgang bei dem Punkt Antiziganismus und Polizei zu sehen, unter folgendem Link: https://sway.office.com/nK0uLgNUym3AgY1p?ref=Link

Einen Überblick über die Stationen und Themen des Stadtrundgangs findet ihr hier:
https://www.azp-hd.org/stadtrundgang

Pressemitteilung des Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung:

Neue Studie zur Darstellung von Roma in europäischen Lehrplänen und Schulbüchern

 

In einer ersten Sichtung von Lehrplänen und Schulbüchern für die Fächer Geschichte, Politik- und Sozialkunde sowie Geographie in 21 europäischen Ländern und Kosovo legen der Europarat, der Roma-Education Fonds und das Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie vor. Dabei wurden 850 Bücher daraufhin untersucht, wie häufig Roma in ihnen erwähnt werden, in welchen thematischen Zusammenhängen sie vorkommen und welche Bilder dabei vermittelt werden.

Stereotype Darstellungen von Musikern, Tänzerinnen und ungewaschenen Kindern als Roma, bilden die Normalität. Auch wenn Schulbücher in den meisten europäischen Ländern Roma wenig und in stereotypisierender Form thematisieren, gibt es eine Reihe von Ansätzen, die sich davon abhebt.

„Wenn Schulbücher einmal mehr als ein Wort oder einen Satz über Roma beinhalten, dann häufig in Passivkonstruktionen. Das es auch anders geht, zeigt ein ungarisches Geschichtsschulbuch, das nicht nur die Vernichtung von Roma im zweiten Weltkrieg erwähnt, sondern dabei auch den Namen nennt, den der Völkermord in der Zeit des Nationalsozialismus in der Sprache der Roma, dem Romanes, hat: Porajmos.“ erklärt die Bildungsforscherin Prof. Dr. Riem Spielhaus vom Georg-Eckert-Institut.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Roma vor allem in Überblickskapiteln über die Bevölkerungszusammensetzung oder den Massenmord im Zweiten Weltkrieg erwähnt werden und dabei häufig namenlos bleiben. Nur sehr wenige Schulbücher gehen auf die aktuelle Lebenssituation von Roma ein. „Die interne Diversität der Roma, ihre Geschichte im jeweiligen Land, in Europa und der Welt bleiben ebenso unerwähnt wie die Herausforderungen, denen sie gegenwärtig durch Diskriminierung und soziale Marginalisierung ausgesetzt sind.“ erklärt Marko Pecak vom Roma Education Fund, der sich für die Stärkung der Bildungsbeteiligung von Roma in Europa einsetzt.

Auf Grundlage des Befunds, dass Darstellungen von Roma häufig defizitorientiert sind, wurden forschungsbasierte Empfehlungen abgeleitet, die sich an die Mitgliedstaaten des Europarates und ihre jeweiligen nationalen Bildungsministerien, an Autoren und Verlage, an die Zivilgesellschaft und an die Wissenschaft richten.
Europas größte ethnische Minderheit wurde in Lehrplänen und Schulbüchern lang genug vernachlässigt. „Inklusive Bildung sollte gerade nicht zu Privilegien beitragen, sondern den Mitgliedern aller Communities gleichen Respekt entgegenbringen und vorbeugen, dass Schulen Ungleichbehandlung reproduzieren“, sagt Aurora Alincai, Projektkoordinatorin beim Council of Europe.

 

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Catrin Schoneville
Wissenschaftskommunikation
Georg-Eckert-Institut
Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Celler Straße 3 - 38114 Braunschweig
Tel. +49 (0)531/ 59099-504
schoneville@leibniz-gei.de

 

Originalpublikation:

Zur Studie: https://repository.gei.de/handle/11428/306
 

Weitere Informationen:

http://www.gei.de/home.html Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
https://www.romaeducationfund.org/ Roma Education Fund
https://www.coe.int/en/web/portal/home Council of Europe

Was ist Antiziganismus?

Unter Antiziganismus verstehen wir eine gesellschaftlich etablierte spezielle Form des Rassismus gegenüber Sozialen Gruppen, die mit dem Stigma „Zigeuner“ oder anderen verwandten Bezeichnungen identifiziert werden.

Er umfasst
 

  1. Eine homogenisierende, essentialisierende Wahrnehmung und Darstellung dieser Gruppen;
     

  2. Die Zuschreibung spezifischer Eigenschaften an diese;
     

  3. Sowie vor diesem Hintergrund entstehende diskriminierende soziale Strukturen und gewalttätige Praxen, die herabsetzend und ausschließend wirken und strukturelle Ungleichheit reproduzieren.
     

Quelle: Allianz gegen Antiziganismus:
Antiziganismus Grundlagenpapier, Wien/Heidelberg 2017 S.5.

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Unsere Kontaktdaten:
 

Arbeitsstelle Antiziganismusprävention
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Institut für Gesellschaftswissenschaften
Im Neuenheimer Feld 519
D-69120 Heidelberg

Email: antizigpraev@ph-heidelberg.de
Tel: 06221/477-337
Homepage: 
www.ph-heidelberg.de/antiziganismuspraevention

 

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